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Konzert
SYRINX STUDIO-EDITION
CLEMENS AUGUST KIEL
Konzert
für Flöte und Orchester
Fassung für zwei Flöten
von
Richard Müller-Dombois
Chang-Kook Kim zugeeignet
Menge:


17,00 €
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Clemens August Kiel (1813 Wiesbaden – 1871 Detmold)

Sohn eines Gesangslehrers, der vorrangig in Sondershausen als Hoftheater-Inspektor wirkte und dessen fünf Kinder sämtlich in künstlerischen Berufen tätig wurden.

Clemens August studiert – wie alle begabten Geiger jener Zeit – in Kassel bei Louis Spohr (1784-1859) Violine und (als besondere und seltene Auszeichnung) Komposition und wird 19jährig (1832) als Geiger und Harmonie-Clarinettist Mitglied des Detmolder Hautboistenkorps. Bereits vier Jahre später avanciert er zum Leiter des Ensembles im Zivilbereich und erhält den Konzertmeistertitel. Es folgt die Bestallung zum Kapellmeister und zum Leiter der Oper. Sein Orchester trägt seit 1849 den offiziellen Titel einer „Fürstlich Lippischen Hofkapelle“.

In seine Direktionszeit fallen die Aufenthalte des jungen Brahms in der Residenz am Teutoburger Walde, der sich hier als Chorleiter und Klaviersolist und –lehrer betätigte und dem die Leitung des Orchesters nur fallweise gestattet wurde. Wegen eines an sich harmlosen Streitfalles (unter Alkoholeinfluss) mit einem jungen Offizier der Garnison wird Kiel 1862 seines Postens enthoben. Ein „Gnadengehalt“ ermöglicht es dem völlig Gebrochenen, die letzten Jahre zu fristen, bis er, erst 58 Jahre alt, kümmerlich stirbt. *)

Werke: Konzerte und andere Solokompositionen für Flöte, Oboe, Clarinette, Horn, Posaune, Violine sowie Gesang. Chöre. Lieder. Märsche und Walzer.

Die Konzerte, für einige der hervorragendsten Mitglieder der Fürstlich Lippischen Hofkapelle geschrieben, legen Zeugnis ab für den erstaunlich hohen Standard der Bläser dieses Orchesters. Insbesondere das Horn- und das Flötenkonzert gelten heute sowohl in technischer wie in gestalterischer Hinsicht als die anspruchsvollsten ihrer Art. Adressat des Flötenkonzerts war der als Soloflötist amtierende Hermann Adolph Reinisch, der neben seiner Musikalität (er komponierte selber auch) über eine stupende tonlich-technische Meisterschaft verfügt haben muss. Das Konzert, außergewöhnlich in seinen Anforderungen an den Solisten, ist auch von der Orchesterbesetzung her gesehen außergewöhnlich: gefordert wird neben doppeltem Holz die gesamte Blechbesetzung mit 4 Hörnern, 2 Trompeten, 3 Posaunen, Pauken und Schlagzeug. Trotzdem ist die Instrumentierung der Solopartien so sparsam-durchsichtig, dass kein solistischer Ton verloren geht.

Auffallend ist auch der II. Satz mit dem Titel Recitativ und Arie. Als mögliches Vorbild könnte man an Spohrs 6. Violinkonzert denken, jedoch ist die Erfindung – auch in den Ecksätzen – durchaus selbständig und originell. Und es war der unvergessene Kollege und Freund Hans-Peter Schmitz, der nach der Wiederentdeckung des Flötenkonzerts durch den Unterzeichneten im Jahre 1984 spontan äußerte: „Dies muss das Pflichtstück künftiger Internationaler Wettbewerbe werden!“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

Dr.Richard Müller-Dombois


Weitere Hinweise zu Cl. A .Kiel, dessen Name bisher noch in keinem Lexikon zu finden ist, enthält die Buchveröffentlichung des Herausgebers „Die Fürstlich Lippische Hofkapelle. Kulturhistorische, finanzwirtschaftliche und soziologische Untersuchung eines Orchesters im 19.Jahrhundert“. (Neunzehntes Jahrhundert. Forschungsunternehmen der Fritz Thyssen Stiftung. Band 28. Regensburg 1972).


Clemens August Kiel (1813 Wiesbaden – 1871 Detmold)

Son of a singing-teacher, who worked predominantly as a court theatre inspector in Sondershausen/Thüringen. All of his five children worked in artistic professions.

Clemens August studies violin - like all talented violinists in those times – in Kassel with Louis Spohr (1784-1859) and as a special and rare distinction also composition with him. Aged 19 (1832) he becomes a member of the Detmolder Hautboisten-Corps as a violinist and clarinettist for the harmony music. Already four years later he advances to the director of the ensemble in the civilian field and receives the concertmaster title. The nomination to the conductor and to the director of the opera as well follows. Since 1849 his orchestra bears the official title of the Fürstlich-Lippische Hofkapelle.

The stays of the young Brahms in the residence at the Teutoburger Wald (Detmold) happen in his time of direction, when Brahms worked as choirmaster, piano soloist and piano teacher and only allowed to direct the orchestra from case to case. On the basis of a somewhat harmless conflict (under the influence of alcohol) with a young officer of the garrison Kiel is relieved from his post in 1862. A “mercy salary” enables the completely broken-hearted to survive through his last years, until he dies miserably only 58 years old. *)

Works: Concerts and other solo compositions for flute, oboe, clarinet, horn, trombone, violin. Choirs. Songs. Marches and waltzes.

The concerts, composed for some of the most outstanding members of the Fürstlich-Lippische Hofkapelle testify the amazing high standard of the wind players of this orchestra. Today, particularly the horn- and the flute concert are to be counted – technically as well as creatively - as the most highbrow of its kind. Hermann Adolph Reinisch, who held the post of a solo flutist, was the addressee of the flute concert. Beside his musical talent (he also composed) he must have had a really astonishing tone-technical mastery. The concert, extremely in its requirements to the soloist is also unusual concerning the orchestra instrumentation: apart from each two woodwinds the complete brass with four horns, two trumpets, three trombones, timpani and percussion is demanded. Nevertheless, the orchestral accompaniment of the solo periods is so transparent, that no solo tone is to be lost.

Noticeable is also the second movement with the title Recitativ und Arie. One could think of the 6.violin concerto by Spohr as a potential model, however the invention – also in the corner movements – is quite independent and original.And it was the unforgotten colleague and friend Hans-Peter Schmitz, who uttered spontaneous after the rediscovery of the flute concerto through the undersigned author in 1984: “This has to be the compulsory piece of international competitions in future!” There is nothing to be added to this.

Dr.Richard Müller-Dombois

More details to Cl.A.Kiel, whose name is not to be found until now in any encyclopedia, contains the book publication of the publisher “Die Fürstlich Lippische Hofkapelle. Culture-historical, finance-economic and sociological investigation of an orchestra in the 19th century”. (Nineteenth Century. Research enterprise of the Fritz Thyssen Foundation. Volume 28. Regensburg 1972).


Zur Edition


Der Gedanke, die wichtigsten Werke für Flöte mit Orchesterbegleitung in eine Fassung für zwei Flöten zu übertragen, entspringt einer innovativen pädagogischen Grundidee: Bei der Einstudierung des Soloparts soll von vornherein, und zwar lange bevor das Klavier und später das Orchester hinzutritt, das strukturbestimmende rhythmische und harmonische Geflecht des Satzgefüges präsent und jederzeit mit Auge und Ohr nachvollziehbar sein. Der Lernende hat hierdurch die Chance, das Werk von Anfang an als einheitliches Ganzes kennenzulernen, wobei ihm der Lehrer jederzeit aktive Hilfestellung geben kann und umso bereitwilliger geben wird, als er bisher nur singend, gestikulierend, gelegentlich vorspielend und erklärend „danebenstehen“ konnte.

Zu diesem Vorteil einer interaktiv-motivierenden Einstudierung kommt der Vorteil einer großen Zeitersparnis: der Pianist – sofern man ihn gefunden und überredet hat – wird nicht mehr als Korrepetitor „missbraucht“, und man kann sehr lange ohne ihn auskommen, um ihm schließlich eine weitestgehend fertige, vor allem aber in allen Einzelheiten „durchgehörte“ solistische Leistung anzubieten, die ihn veranlassen wird, nun auch seinerseits zu arbeiten und sein Bestes zu geben.

Entscheidend ist letztendlich das frühzeitige Vordringen des melodieführenden Solisten zum Wesenskern „seines“ Konzerts und damit zu einer gleichgewichtigen Balance der drei Hauptfaktoren Melodie, Harmonie und Rhythmus, die ihn ohne weiteres instand setzt, im Fall der meist kürzestbemessenen Probenzeit auch dem Orchester bestvorbereitet und souverän gegenüberzutreten.

Detmold, im Sommer 2001
Dr. Richard Müller-Dombois


All´edizione


L´idea di trasferire le composizioni più importanti per il flauto e orchestra in una versione per due flauti proviene da un nuovo concetto fondamentale pedagogico: Studiando la parte del solo dev´essere presente fin da principio, cioè a lungo prima che si aggiungerà il pianoforte e più tardi l´orchestra, l´intrecciatura ritmica e armonica che determina la struttura dell´opera e sempre possa avere luogo con l´occhio e con l´orecchio. L´apprendista ha in questo modo la possibilità di conoscere il suo brano fin da principio come una totalità indivisa presso alla quale l´insegnante gli può dare ognora l´appoggio attivo e tanto darò più volentieri quanto lui finora solamente cantando, gesticolando e all´occasione suonando e dichiarando poteva “stare accanto”.

A questo vantaggio di uno studio interattivo e motivando viene il vantaggio di un enorme risparmio di tempo: il pianista – in quanto che lo si ha trovato e persuaso – non viene più “abusato” come un ripetitore e si può fare assai lungo senza di lui, per gli offrire alla fine un´ampiamente pronta prestazione solistica, la quale innanzi tutto è “udito attraverso” in tutte le particolarità che verrà cagionare adesso anche lui di lavorare da parte sua e di dare il suo meglio.

Decisivo è alla fin fine il precoce avanzata del solista all´essenza del “suo” concerto e di bilicare con ciò i tre elementi costituenti melodia, armonia e ritmo. Viene in questo modo messo in grado senz´altro nell´occasione di per lo più brevissimo limitato tempo per le audizioni anche benissimo preparato e sovrano si mettere di fronte all´orchestra.

Anche se l´apprendista suona ulteriormente da sua parte originale che viene raccomandato qui esplicitamente, dovrebbe avere la partiture per le due voci su un secondo leggio allo scopo di tenere d´occhio il contesto e oltracciò avere sempre la possibilità di invitare alla sonante callaborazione o l´insegnante o anche uno di suoi commilitoni.

Detmold, estate 2001
Richard Müller-Dombois


À l´édition


L´idée d´arranger pour deux flûtes les œuvres majeures pour flûte et orchestre découle d´un concept pédagogique innovant : lors de l´étude de la partie soliste, le flûtiste doit avoir sous les yeux et à l´oreille la structure rytmique et harmonique de l´œuvre dans son ensemble, et ce bien avant que n´entre en jeu le pianiste ou l´orchestre. L´œuvre est ainsi appréhendé dès le début comme une entité. Le professeur peut participer activement à cette approche et le fera d´autant plus volontiers qu´il était, jusque-là, reduit à chanter, à expliquer par le geste ou la parole.

Cette façon d´étudier plus motivante et interactive offre en outre l´avantage d´un précieux gain de temps. Le pianiste (en admettant qu´on en ait trouvé un) ne se cantonne plus seulement au rôle de répétiteur. Le flûtiste peut se passer le lui assez longtemps, le temps de pouvoir présenter une exécution de la partie soliste sûre et surtout « entendue » jusque dans les moindres détails, ce qui motivera le pianiste à donner, lui aussi, le meilleur de lui-même.

Le soliste, dont la partie domine mélodiquement l´œuvre, doit avoir très tôt accès au « cœur » de son concerto pour rétablir ainsi l´équilibre entre rythme, harmonie et mélodie. Ce qui lui permettra d´affronter l´orchestre en toute souveraineté, étant parfaitement préparé, même dans le cas fréquent d´un temps de répétition trop bref.

Bien qu´il soit vivement conseillé au soliste de jouer d´après sa partition soliste originale, la version arrangée pour deux flûtes trouvera utilement sa place sur un deuxième pupitre. Ainsi, le flûtiste aura toujours à l´œil le contexte musical de sa partie et pourra, s´il le désire, faire intervenir activement son professeur ou un autre étudiant.

Detmold, été 2001
Richard Müller-Dombois


A la edición


La idea de arreglar para dos flautas las grandes obras para flauta y orquesta nace de un concepto pedagógico innovador : cuando el solista de flauto estudia su partitura necesita tener a la vista y llevar en el oído la estructura rítmica y armónica de la obra en conjunto, antes de que entre en juego el pianista o la orquesta, lo que lleva consigo una aprehensión inicial de la obra como una entidad. El profesor puede participar activamente en esta introducción, y lo hará tanto más gustoso cuanto que hasta entonces tenía que limitarse a cantar con gestos o palabras.

Esta manera de estudiar más estimulante e interactiva presenta además la ventaja de hacer ganar un tiempo precioso: el pianista (suponiendo que se haya encontrado uno) ya non sirve únicamente de repetidor. El flautista puede prescindir de él en una primera fase, hasta que presentar una ejecucíon de la partitura lo bastante segura, y sobre todo “oída” hasta los más mínimos detalles, lo que animará al pianista a poner de su parte lo mejor de sí mismo.

El solista, cuya partitura domina melódicamente la obra, debe tener acceso desde el principio al “meollo” de su concierto, para restablecer así el equilibrio entre ritmo, armonía y melodía. Esto le permitirá encontrarse con la orquesta “mano a mano”, estando perfectamente preparado, incluso cuando los ensayos, come sucede con frecuencia, son demasiado breves.

Aunque se aconseja encarecidamente al solista que trabaje a partir le la partitura original, la versión arreglada para dos flautas tendrá su major utilidad en el segundo pupitre, de modo que el solista tendrá siempre a la vista el contexto musical de su parte y, si lo desea, podrá solicitar la intervención del profesor o de otro alumno.

Detmold, verano 2001
Richard Müller-Dombois


The series


The arrangement for two flutes of major works for flute and orchestra is the fruit of a new pedagogical concept. Any flautist, when studying the solo part of a concerto, must have the rhythmic and harmonic structure of the work as a whole in mind, well before working with a pianist or the orchestra, so as to take in the work in its entirety. When the accompaniment is provided by another flute, the teacher can take an active part, and will no doubt be keen to do so, since the previous alternative would have been to sing, whistle, gesticulate or explain the orchestral part in words.

Not only is this new method more stimulating and interactive, but it also has the advantage of saving time, for the pianist (if one should be fortunate enough to find one) no longer has to act as a coach. The flautist will thus be able to learn the solo part more thoroughly, with a better idea of the orchestral part, even in detail, before working with the pianist who will thus also be motivated to give of his or her best.

The soloist, whose part dominates melodically, should aim from the start to reach the kernel of “his” concerto in order to achieve a balance between the rhythm, harmony and melody. By the time of the first rehearsal with orchestra, the work will have been thoroughly prepared and ready to perform, even should the rehearsal, as so often happens, be too short.

Although the flautist should obviously play from the solo part, the two.flute version should be kept to hand so that the player will be able to keep an eye on the musical context of the part and, if necessary, ask the teacher or another student to play with him.


Detmold, summer 2001
Richard Müller-Dombois